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Die besten Bergtrail-Ritte der Welt

Bergtrail-Reiten verlangt dem Pferd etwas anderes ab als jede Halle oder jeder Ritt im Flachland. Das Tier muss trittsicher auf losem Geröll und nassem Fels sein, ruhig über einem Abgrund und fit genug, um stundenlang statt nur minutenlang zu steigen. Dazu dünne Luft, lange Tage im Sattel und Wetter, das in einem Nachmittag umschlägt — und man hat eine Disziplin, die mit dem richtigen Pferd und dem richtigen Lokalwissen steht und fällt. Weltweit bringen nur wenige Regionen alle drei Dinge zusammen: zähe, berggezüchtete Pferde, Gelände, das sich wirklich reiten und nicht nur erwandern lässt, und Anbieter mit genug Erfahrung für sichere Mehrtagestouren. Die folgenden Ziele sind die Klassiker. Jedes ist auf der Karte verzeichnet.

Kirgistan — Tian Shan und Song-Köl

Zentralasiens Signatur-Bergritt umrundet den Song-Köl-See, einen Alpensee auf rund 3.000 m im Tian Shan. Die weiteren Plateauritte erreichen 3.000–3.500 m. Geritten werden Kirgisenpferde — klein, sehnig und über Jahrhunderte für genau dieses Hochlandgrasland gezüchtet. Eine typische Runde dauert drei bis vier Tage und wird im Juli und August geritten, dem kurzen Fenster, in dem die hohen Pässe schneefrei sind und die Nachttemperaturen über null bleiben. Der kulturelle Reiz ist so stark wie die Landschaft: Man übernachtet in Jurten bei Hirtenfamilien, die ihr Vieh noch auf die Sommerweide treiben. Üblicher Ausgangspunkt ist Bischkek, von dem aus eine lange, aber großartige Fahrt zu den Ausgangspunkten führt. Es ist einer der wenigen Orte der Welt, an dem man auch heute noch täglich in eine Jurte einreitet, um die Nacht zu verbringen.

Argentinien und Chile — Anden-Überquerung

Die Mendoza–Aconcagua–chilenische Anden-Überquerung ist einer der großen Bergpackritte Südamerikas und folgt der Route, die San Martíns Armee 1817 zur Überquerung der Kordillere nutzte. Je nach Variante dauert sie rund eine bis zwei Wochen, mit Höhepunkten um 4.000 m. Geritten werden Criollos, die zähe argentinische Rasse, gezüchtet auf Ausdauer statt Komfort. Die Saison ist Dezember bis März — Hochsommer der Südhalbkugel, wenn die Pässe offen sind. Reiter sollten fit anreisen und ein bis zwei Tage zur Höhenanpassung einplanen. Es ist eine der historisch dichtesten Routen des Reitsports: Man folgt buchstäblich den Spuren eines Heeres, das eine ganze Gebirgskette überquerte, durch eine Landschaft, die sich seither kaum verändert hat.

Französische Pyrenäen — Ariège und Mérens-Ponys

Die Pyrenäen bieten Mehrtages-Packritte auf dem Mérens, dem schwarzen pyrenäischen Bergpony, entwickelt für genau dieses Gelände. Mehrere Anbieter im Département Ariège führen Wochenritte durch die Cerdagne und hinüber nach Andorra, die Hochweide und Wald verbinden. Saison ist Juni bis September. Toulouse ist das praktische Flugtor, mit Anfahrt ins Vorland. Der Mérens ist klein, schwarz und außergewöhnlich trittsicher — eine alte Rasse, die seit Jahrhunderten in diesen Tälern lebt und für genau das schmale, steile Gelände der Hochpyrenäen gemacht ist.

Schweizer Alpen — Engadin und Surselva

Engadin und Surselva sind die Kantone mit einer entwickelten Schweizer Packritttradition. Die Routen steigen durch Alpweiden und verbinden Berghütten auf rund 1.800–2.500 m. Das ist eine komfortablere Form des Bergreitens als die Anden oder der Tian Shan — kürzere Tagesetappen, feste Unterkunft und verlässlich gutes Essen. Saison ist Juni bis September, und die Anreise über Zürich macht die Logistik einfach. Für viele ist es der ideale Einstieg ins Bergreiten: anspruchsvolle Landschaft ohne die Strapazen der ganz hohen oder ganz entlegenen Routen.

Patagonien — Bariloche

Rund um Bariloche queren Mehrtages-Criolloritte die argentinischen und chilenischen Patagonischen Anden zwischen Estancias. Klassisches Gaucholand, ins Gebirge versetzt — Gletscher, bewaldete Täler und weites Steppengras. Die Reittradition wurzelt tief in der Ranchkultur, und die Tage in der Estancia gehören oft so sehr zum Erlebnis wie der Ritt selbst: Asado am Feuer, Mate am Morgen und die ruhige Routine eines arbeitenden Hofs. Saison ist November bis März.

Rumänien — Făgăraș

Die Făgăraș-Kette in den siebenbürgischen Karpaten bietet Packritte über 2.000 m mit Blick über Siebenbürgen und die Walachei zugleich. Geritten werden meist Hucul-Ponys (Huzulen), die zähe karpatische Bergrasse. Saison ist Juni bis September. Bukarest ist der übliche Einstieg, mit Anfahrt ins Gebirge.

Nepal — Annapurna-Vorland

Reiten in den unteren Annapurna-Tälern nutzt lokal gezüchtete Ponys und liegt höhenmäßig deutlich unter den Trekkingrouten — das macht es Reitern zugänglich, denen hohe Pässe zu schaffen machen würden. Der Lohn ist kulturell statt rein alpin: Die Wege führen durch Dörfer, in denen Pferde noch Arbeitstiere sind. Saison ist Oktober bis April, außerhalb des Monsuns. Pokhara ist der regionale Knotenpunkt.

Spanische Sierra Nevada — die Alpujarras

Mehrtagestouren fädeln sich durch die weißen Dörfer der Alpujarras an der Südflanke der Sierra Nevada auf rund 1.500–2.500 m. Die Landschaft ist terrassierte Kulturlandschaft, Bergweiler und weite Blicke zum Mittelmeer. Die Saison ist breit — April bis November — und damit eine der flexibelsten Optionen. Granada mit seinem Flughafen liegt am Fuß der Kette.

Italienische Dolomiten

Die Dolomiten bieten Alpenwiesen-Ritte auf rund 1.500–2.000 m, die die Berghütten (Rifugi) verbinden. Das Essen ist ein echtes Argument: Italienische Rifugi servieren Pasta und Wein statt der spartanischeren Kost mancher Alpenhütten, und die Dolomitenkulisse zählt zu den dramatischsten Europas. Saison ist Juni bis September. Venedig und Innsbruck sind die praktischen Zugänge.

Wyoming — die Bighorns

Die Bighorn Mountains im Norden Wyomings bieten Hochwiesen-Packritte in klassischer amerikanischer West-Tradition. Packmaultiere tragen die Ausrüstung; die Lager werden an Bergseen aufgeschlagen. Saison ist Juli bis September. Hier reitet man ein gut ausgebildetes Quarter Horse in dafür geschaffenem Land, in Reichweite der Yellowstone-Zugänge. Die Bighorns sind weniger überlaufen als die Rockies um Banff oder Jackson und bieten daher eine ruhigere, ursprünglichere Variante des amerikanischen Bergreitens.

Berggezüchtete Pferde

Bergreiten verlangt für das Terrain entwickelte Rassen: Kirgise, Mérens, Hucul, Criollo, Camargue und das bergtrainierte Quarter Horse. Diese Tiere haben die Balance, das Temperament und die langsam brennende Ausdauer für lange exponierte Tage. Sportpferde der Ebene, für Flachland und Turnier gezüchtet, sind meist ungeeignet — ihnen fehlen Trittinstinkt und die Ruhe, die Exposition verlangt.

Höhe und Kondition

Über 2.500 m bleiben Reiter und Pferd unter ihrer Meereshöhen-Bestform. Vor Beginn einer Packtour ein bis zwei Tage am Ziel akklimatisieren und niemals das härteste Steigen auf Tag eins legen. Wasser, hochenergetische Snacks und Sonnenschutz gehören jederzeit in die Satteltasche — Bergwetter und Anstrengung dehydrieren schneller als erwartet. Reiter sollten wirklich fit anreisen; ein Mehrtages-Bergritt ist anhaltende körperliche Leistung, kein Spaziergang.

Buchung bei Spezialanbietern

Bergreiten ist keine zwanglose Buchung. Seriöse Anbieter prüfen Gäste auf Fitness und Vorerfahrung, und Ehrlichkeit zum eigenen Niveau zählt weit mehr als Selbstvertrauen. Hauptsaison Monate im Voraus buchen — viele der besten Touren haben nur fünf bis zehn Plätze und sind früh voll. Sei ehrlich, wie viel du zuletzt geritten bist, nicht wie viel als Kind.

Auf der Karte erkunden

Alle oben genannten Ziele sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. So vergleichst du Regionen, planst eine Route und findest die Betriebe entlang deiner Reiseroute, bevor du dich auf Saison und Anbieter festlegst.